Lola Randl – Der lebende Beweis

Eine Frau weiß nicht mehr weiter. „Ich habe den Moment, als mein System zusammenbrach, also die Implosion selbst, gar nicht bewusst wahrgenommen. Kann es eine schleichende Implosion überhaupt geben? (…) Klar ist, ich muss den Schutt loswerden“, schreibt Lola Randl und schließt damit an ihren Roman Der große Garten an, in dem sie davon erzählt, wie sie mit ihrem Mann in die brandenburgische Provinz hinauszog und einen verwahrlosten Schlossgarten zu einem viel besuchten Ausflugsort machte.
Jetzt, 15 Jahre später, verliert sie sich in der Kälte und der Unverbindlichkeit des Dorfes, fühlt sich allein mit Mann, Kindern und Liebhaber. Nichtsdestotrotz stürzt sie sich in die Ergründung ihres Zustandes und nimmt uns mit zu einer Recherche, die vor nichts halt macht: ihrer eigenen Jugend, der Geschichte des Dorfes, der naturkundlichen Wahrnehmung der Umgebung, Begegnungen mit seltsamen Nachbarn und Erlebnissen im Dorf.
Furios, chaotisch, intelligent, erwachsen, pubertär. Der lebende Beweis geht alle an, die in der Stringenz des Lebens, wenn nicht ins Stolpern, so doch ins Nachdenken geraten.
Saugut
findet Katharina