László Krasznahorkai – Zsömle ist weg

Onkel Jószi wohnt in einem kleinen Haus oberhalb des Dorfes und führt ein unauffälliges, bescheidenes Leben. Mit Anfang 90 erwartet er nicht mehr viel, er hat genug erlebt. Alles würde seinen Gang gehen, stünde nicht eines Tages plötzlich eine Gruppe junger Männer vor der Tür, die ihn voller Ehrfurcht als den König Ungarns bejubelt.
Tatsächlich ist Onkel Jószi der letzte lebende Nachfahre des uralten ungarischen Königsgeschlechts der Árpáden, und, wenn man ihm glauben mag, wurde er auch 1944 von Reichsverweser Miklós Horthy gekrönt. Trotz seines Vorhabens, weiterhin inkognito im Dorf zu leben, kann er dem Traum von Königreich Ungarn nicht widerstehen und lässt sich auf die aufwieglerischen Pläne der Monarchisten ein.
Ohne Punkt und Komma (das stimmt nicht ganz, ein paar Kommas gibt es) schreitet diese Geschichte voran, ungemein dicht und unvergleichlich in Sprache, Tempo und Einfallsrreichtum.
Eine politische Satire auf das heutige Ungarn, ausweglos und empörend und doch verblüffend lustig.
Bestellbar ist es außerdem!
Katharina