Eva Menasse – Die Alleinruhelage

Wenn Sie zu denen gehören, die ein Haus besitzen, das sie so beansprucht, dass Sie es im Geiste mit „Du“ ansprechen, dann werden Sie Eva Menasses neuen Roman Alleinruhelage lieben. Sprachgewandt, pointensicher und aus der Distanz der im Ausland lebenden Österreicherin beschreibt sie eine Zeit ihres Lebens, in der sie mit ihrer Familie in den damals brandneuen Bundesländern eine alte Gaststätte zu einem Ferienhaus umbaut.

Innerhalb ihres Gartenradius‘ verhandelt sie das Schicksal ehemaliger Stasigrößen und ins Straucheln geratener Betriebsheimbewohnerinnen, erzählt aber auch von den Schwierigkeiten mit Mann und Kindern. Haus und Garten werden ihr zum sichtbaren Lebensabschnitt, aber auch zum Abbild der mit sich selbst ringenden deutschen Geschichte.
Selbstironisch, lakonisch, manchmal auch noch Jahre danach ungläubig erzählt sie von Ost und West, Verantwortung und Übernahme, gefundenen Freundschaften und vergangenen Lieben. Intelligent, unterhaltsam und beunruhigend erwachsen.