Ben Lerner – Transkription
Ben Lerner hat wieder ein kluges Buch über kluge Menschen geschrieben, denen die dümmsten Dinge passieren. In diesem geht es um Alexander Kluge und Smartphones. Um diese kleinen Authentifizierungsmaschinen und wie blöd wir dastehen, wenn sie uns den Zugriff verweigern.
Denn gleich zu Beginn rutscht der liebenswerten Hauptfigur Thomas sein Handy ins wassergefüllte Waschbecken. Tragisch. Braucht er es doch für … na ja, alles. Und ausgerechnet am nächsten Morgen auch als Aufnahmegerät für das große und letzte Interview mit seinem 90-jährigen Mentor, in dem man schnell den kürzlich verstorbenen Filmemacher und Alleswisser Alexander Kluge erkennt. Unverwechselbar in seinen ausufernden Assoziationen. Gerade geht es noch um Radiowellen und sprechende Elefanten, schon sind wir bei negativen Engeln. Natürlich, wo sonst!
Und Thomas, dem armen Thomas, bleibt nichts anderes übrig, als das Gespräch aus dem Gedächtnis zu transkribieren. Doch weil einigen dieses analoge Verfahren zu nah an der Erfindung liegt, sieht er sich auf einem Symposium mit dem Vorwurf der Fälschung konfrontiert. Transkription beschreibt präzise und eindrucksvoll das Eindringen der Technologie in unsere Erinnerung.
Dabei ist es wieder auf diese trotteligschlaue Art komisch, wie es nur Ben Lerner kann. Ein hochintelligenter und höchst unterhaltsam Roman. Der ideale easy Einstieg in das Werk eines Autors, den die New York Times für den klügsten seiner Generation hält.